Der Schallplattenmann empfiehlt: Nürnberger Bardentreffen, 29.7.-31.7.2016

Deutschlands größtes Umsonst & Draußen Festival geht ins 41. Jahr: „Wer sich zu Beginn der Sommerferien reif für die Insel fühlt, ist beim Nürnberger Bardentreffen genau richtig. Das Weltmusikfestival steht diesmal unter dem Motto „Sounds of Islands“. Insgesamt spielen 90 Bands auf neun Bühnen.“ (NN) Erwähnt seien hier nur einige der vielen Highlights: Bei Oum treffen am Freitagabend in der schönen Katharinenruine traditionelle Rhythmen Marokkos auf Jazz, Pop, Funk und Soul; am Samstag kann man im Kulturgarten des Künstlerhauses mit Isolation Berlin die derzeit wohl angesagteste Rockband der Hauptstadt entdecken; Tuareg-Gitarrist Bombino aus Nigeria, die aktuelle Nr. 1 der World Music Charts, tritt am Sonntag am Hauptmarkt auf; danach verzaubert Eivør, die vielfach ausgezeichnete Künstlerin von den Färöer Inseln, auf der Insel Schütt mit ihrem ganz eigenen Mix aus nordischem Folk und modernen Klängen. Das Internationale Haus (Heilig-Geist-Spital) wird erstmalig Austragungsort des Festivals. Die TV-Dokumentation „Welt.Musik.Wunder. – 40 Jahre Nürnberger Bardentreffen“ der Medienwerkstatt über die Geschichte des Festivals wird dort ausgestrahlt und die im vergangenen Jahr so erfolgreich angenommene Gesprächsreihe „Zugabe – Musiker im Dialog“ wird ebenfalls im Heilig-Geist-Saal und im Burgtheater fortgeführt. Auch wir werden mit einem Stand im Internationalen Haus vertreten sein, dort Tonträger vor allem natürlich der auftretenden Künstler anbieten und den einen oder anderen Musiker zu einer Signierstunde begrüßen. Ausführliche Informationen zu allen Bands, zum Rahmenprogramm und natürlich wer wann wo auftritt, findet ihr auf der Festival Homepage.

Ladenkonzert beim Schallplattenmann: The Glass Child, 14.7., ca 18 Uhr

Charlotte Eriksson war 18 Jahre jung als sie ihr Elternhaus in Göteborg verließ, um ihren Traum zu leben. Ein Jahr lang verbrachte sie ohne festen Wohnsitz in London, schlief bei Bekannten oder auch schon mal auf der Straße. Aber die Musikerin und Schriftstellerin hielt durch, spielte unter dem Künstlernamen The Glass Child unzählige kleinste Konzerte in Wohnzimmern und sammelte Fans: über 35.000 sind es mittlerweile auf Facebook, Tumblr und Twitter. Dank dieser treuen Anhänger hatte die Crowdfunding-Kampagne, mit der ihr erstes Album finanziert wurde, innerhalb von Stunden ihr Ziel erreicht.Zwei Alben und drei Bücher später wohnt sie in Berlin, hat ihr eigenes Label und lebt von ihrer Musik und Schriftstellerei.

Auch ihr 2016 erschienenes Werk „Under Northern Skies“(CD) erhielt blendende Kritiken: „As always she pours her heart. Lays bare her soul. It’s her own story she’s putting into words and as a listener you feel this. This has been true for all her releases but it’s this combined with her maturing voice and songwriting and the high quality recording and production that make this album a real triumph.“ (yourmusicfilter.com). Trotz ihres deutschen Wohnsitzes ist die Musik von The Glass Child hierzulande immer noch ein Geheimtipp. Umso mehr freuen wir uns auf ein feines Akustik Set von Charlotte Eriksson vor ihrem abendlichen Auftritt im USG6 in Nürnberg. Der Eintritt ist frei, kommet zahlreich, um diese tolle Künstlerin zu entdecken!

Lera Lynn: Resistor (CD, LP)

Nicht nur wer die Stimmen von Hope Sandoval oder Margo Timmins (Cowboy Junkies) liebt, sollte dem neuen Album von Lera Lynn unbedingt ein Ohr schenken. Oder am besten gleich zwei. Die junge Dame aus Nashville kann nicht nur betörend singen, sie schreibt auch atmosphärisch ungemein dichte Songs. Serienjunkies kennen die Musikerin bereits durch ihre Auftritte in ‚True Detective‘. Für ihre Rolle als ‚down-and-out shoe-gazing bar singer‘ bekam sie blendende Rezensionen. Bei uns ist der dunkle Alterna-Folk von Ms Lynn noch ein Geheim-Tipp, die US Presse überschlägt sich bereits vor lauter Lobpreisungen: „The heat is in lyrics about desire, pain, betrayal and revenge… And the cool is in languorous slow tempos, minor chords, ruthlessly laconic arrangements, guitar lines swathed in reverb and a voice that smolders a long time before it flares up.“ (New York Times). Übrigens: Auch das komplett in Eigenregie veröffentlichte Vorgänger-Album „The Avenues“ (CD, LP) ist sehr empfehlenswert.

Achtung! Geänderte Sommer-Öffnungszeiten!

Werte Kunden, wir haben von Juni bis inklusive September geänderte Öffnungszeiten:

Mo.: geschlossen!

Di. & Mi.: 11.00 – 18.00

Do. & Fr.: 11.00 – 19.00

Sa.: 10.30 – 14.30

(oder nach Absprache)

Der Schallplattenmann präsentiert: Destroyer, 19.6., E-Werk (Clubbühne), Erlangen

Dan Bejars Projekt Destroyer als ambitioniert zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung. Wie einst der große David Bowie zeigt der Kanadier schon lange einen Chamäleon-artigen Instinkt für den Wandel, bleibt dabei aber sich und seiner Ästhetik treu. Kein Album klingt wie das davor – und doch irgendwie nach Destroyer. Die Kritiker lieben ihn dafür schon lange, die breitere Masse entdeckte seine Musik erst mit dem 2011er Softrock-Werk „Kaputt“. Doch Bejar wäre nicht Bejar, klänge sein neues Album nicht wieder ganz anders. Man könnte „Poison Season“ (CD, 2LP) grob zwischen Glam-Rock und Kammer-Pop verorten, radiotaugliche Nummern stehen neben instrumentalem Streich-Werk, obenauf gibts abstrakt-poetische Texte. Keine einfache Kost, aber wieder ein tolles Destroyer Album: „Opulenz, Transparenz, Atem und schwebende Übergänge kennzeichnen die überwältigende Pracht von ‚Poison Season‘, dieser mondänen Erzählung von der Magie der Welt.“ (Rolling Stone).
Nach der letztjährigen Album-Release-Tour kommt Destroyer mit einem 8-köpfigen Ensemble im Juni für nur vier Termine zurück nach Deutschland. Wir freuen uns sehr das Konzert in Erlangen zu präsentieren. Tickets gibt es im Vorverkauf ab 19,60 Euro.