Jimi Hendrix: Valleys Of Neptune

Wenn knapp 40 Jahre nach dem Tod des nach wie vor unübertroffenen Gitarristen aus Seattle ein ’neues‘ Album mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen erscheint, muss man erstmal fast zwangsläufig Leichenfledderei, Rip-Off und Ausverkauf wittern. Aber die den Nachlass verwaltende Schwester Janie Hendrix und der geniale Original-Toningenieur Eddie Kramer haben einen perfekten Job getan, indem sie zwölf unveröffentlichte Studio-Takes bekannter, weniger bekannter Songs und Interpretationen von Elmore James („Bleeding Heart“) und Cream („Sunshine Of Your Love“), die größtenteils zwischen Februar und Mai 1969 entstanden waren, mit heute möglichen technischen Mitteln zu einem imaginativ stimmigen Album kompilierten.

„Valleys Of Neptune“ (CD/2LP) klingt derart frisch, direkt präsent, rau und wild; man kann Jimi all seine Register zwischen furios und gefühlvoll, expressionistischem Blues und futuristischem Funk-Beat ziehen hören: Ein Blick aus gegenwärtiger Sicht auf das Phänomen Jimi Hendrix, einen naturgewaltigen Jahrhundertmusiker vom Schlage eines Miles Davis oder John Coltrane, heute noch so lebendig, dass sich förmlich vorstellen lässt, wie außerirdisch sein Sound, seine Musik gewirkt haben müssen als er die Szene enterte. Epochal!

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