Jackson C. Frank: Jackson C. Frank (CD, LP+CD)

Die Musikhistorie ist nun wirklich nicht arm an tragischen Stories, Jackson C. Franks Lebensgeschichte übertrifft sie (leider) so ziemlich alle. Nach einem Schulbrand körperlich und seelisch schwerst verwundet, lernte er als Kind im Krankenhaus Gitarre spielen. Mit 21 bekam er eine größere Versicherungssumme ausbezahlt, zog nach London und fand trotz seiner enormen Schüchternheit sofort begeisterte Aufnahme in der dortigen Musikszene. Sein jetzt wieder aufgelegtes Debütalbum, das auch sein einziges bleiben sollte, wurde von keinem geringeren als Paul Simon produziert. Doch was heute unter Kennern als epochal gilt, wurde damals kaum beachtet: „He wasn’t promoting himself or blagging at all. I was knocked out whenever I heard him play. He owned a Martin guitar which was unheard of in those days. Jackson Frank was a lot more highly thought of on the scene than Paul Simon was. But Paul Simon rose to fame and prominence and Jackson Frank just dropped into oblivion.“, erzählt der Gitarrist und Zeitgenosse John Renbourn (Pentangle). Als sein Geld aufgebraucht war, kehrte der Musiker in die USA zurück, heiratete, bekam zwei Kinder – und sein Sohn starb, die Ehe zerbrach. Jacksons nie wirklich geheilte Depression wurde immer schlimmer, er war lange Zeit im Krankenhaus und endete verwirrt und heimatlos in New York, wo jugendliche Gangmitglieder ihm auch noch ein Auge ausschossen. Letztendlich wäre er dort unerkannt gestorben, hätte ein Fan ihn nicht gefunden, wieder zum Schreiben und zu kleineren Auftritten animiert und während seiner letzten Jahre begleitet. Was bleibt, ist sein unbestritten meisterhaftes Debüt, voll gleichermaßen zarter wie starker Folk und Blues Perlen, wie zum Beispiel dem vielfach gecoverten „Blues Run The Game“. Oder um es mit den Worten des Mojo Magazins zu sagen: „The story draws people to the album but the music makes them stay.“.

Mehr Lesestoff über die fast vergessene Folklegende:

http://www.theguardian.com/music/2014/jan/09/jackson-c-frank-tragic-tale-forgotten-60s-legend