King Creosote: From Scotland With Love (CD, LP+MP3)

Wie sein gleichfalls ‚adeliger‘ amerikanischer Kollege Bonnie ‘Prince’ Billy gilt King Creosote, 1967 im schottischen Küstenbezirk Fife als Kenny Anderson geboren, als sehr eigener und überaus Genre-offener Musiker mit enormen Output. Er instrumentiert seine stets hochwertigen Songs mal akustisch, mal elektrisch oder sogar elektronisch, hat schon spartanische Folkweisen, aber auch Instrumentaltracks mit üppiger Orchesterbegleitung veröffentlicht. Wenn der ‚King‘ singt, wird jedes Stück von dieser sehr speziellen und ach so süßen Stimme geadelt, die in tiefer Schwermut versinken kann, nur um sich im Lied darauf schwungvoll zu erheben. Auch pflegt der Schotte ein sympathisch natürliches Image jenseits jeder Form von Hype: Er macht einfach eine gute Platte nach der andern und nicht viel Wind darum. Umso schöner, dass sein aktuelles Werk auch hierzulande viel und durchweg lobende Presse erhält. „From Scotland With Love“ heißt der Soundtrack, der die gleichnamige Dokumentation der Regisseurin Virginia Heath über die (Industrie-)Geschichte Schottlands bestens untermalt, aber auch nur auf Tonträger eindrucksvoll und schlicht wunderschön klingt.

„King Creosote übernimmt mit seiner Musik so etwas wie die Erzählerrolle des komplett aus Archivmaterial komponierten Films, als Sänger und Gitarrist, als Dirigent eines Streicherensembles, als Botschafter für die Menschen seiner Heimat, deren Geschichte und Geschichten er in Liebe verbunden ist. Das ist hörbar in den großen Chören und hymnischen Melodien, die sich aus den Folksongs fortstehlen und irgendwann himmelhoch über der Musik stehen. Oder den kleinen melancholischen Liedern mit kammermusikalischer Begleitung, in denen Anderson seine Klasse als sanfter Crooner so wundervoll ausspielen kann. Man möchte diese Musik gar nicht mehr beiseite legen, so sehr nehmen einen die Songs mit in eine Welt, die voller verwunschener Ecken und überraschender Entdeckungen sein muss. Eine Heimatsaga auf sinfonischen Pfoten, erste Bilder sind schon in unseren Köpfen.“ (Musikexpress)