Aimee Mann: Mental Illness (CD, LP)

Wieder mal ein wunderschönes Werk der amerikanischen Singer/Songwriterin, die hierzulande ehedem durch den Soundtrack zu ‚Magnolia‘ einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichte. Die neuen Songs sind zart instrumentiert, die Melodien traumhaft, die Texte verhandeln wie gewohnt gerne mal psychologische Disaster aller Art. Nicht nur in Amerika hagelt es dafür Lob: „Genervt vom Image der depressiven Torch-Song-Chanteuse, wollte Mann die ihr angedichteten Klischees konsequent zu Ende denken – und räumte für ‚Mental lllness‘ die Verstärker in den Keller, den Schemel vors Klavier und holte Streicher in ihr Repertoire. Eine Nachhilfestunde für alle Banausen, die zwischen Traurigkeit und Melancholie nicht unterscheiden können, ist die Platte obendrein. Denn Mann war nie Schwarzmalerin, sondern immer die Freundin, die keine blöden Fragen stellt. Die stattdessen Kaffee macht, weil das Leben schließlich weitergehen muss. Weisheit, die nie altklug wirkt, Schwermut, die nicht in Larmoyanz kippt: Das sind ihre Qualitäten.“ (Musikexpress)