Jonathan Jeremiah: Good Day (CD, LP)

“A Solitary Man”, das Debüt von Jonathan Jeremiah, beschrieb die BBC 2011 als „elegant und voller Seele, ein köstliches Artefakt aus der Songschreiber-Klasse der 1970er”. Auf seinem vierten Album “Good Day“ bündelt der Singer-Songwriter diese Qualitäten wie unter einem Brennglas: die bemerkenswerte Tiefe seines Songschreiber-Handwerks, schwelgerisch schöne Arrangements, dazu diese warme, immer etwas weltmüde Stimme, die sich um Melodien schmiegt, die einen nicht loslassen wollen.
Der Upbeat-Groove, dem schwer zu widerstehen ist, reflektiert, wie Jonathan sagt, „meine glücklichsten Momente der letzten drei Jahre. (…) Das Album hat eine Art europäisches Soul-Feeling. Ich hörte viel Serge Gainsbourg, Jacques Brel oder Scott Walker, der zwar Amerikaner ist, aber in London lebt. Wir haben in Europa ein reiches Erbe an Soul- und Jazz-Musik. Und das sollten wir mehr würdigen.“
Authentisch wirkt „Good Day“ vor allem auch durch den warmen, natürlichen Klang, der in den Londoner Konk-Studios des The-Kinks-Sängers Ray Davies entstand. „Ray hat dieses wundervolle Studio, das kein bisschen ’schickimicki‘ ist, sondern eher alt und rustikal. Das allerletzte, was ich möchte, ist, ins Studio zu gehen und erstmal einen Rechner hochfahren. Wir nehmen auf altem analogem Equipment auf, 16 oder acht Kanäle. Das schränkt dich ein, macht es schwerer, Spielfehler auszubügeln. Es verlangt mehr Disziplin und das mag ich.“

„Der Brite wollte nur von positive Erlebnissen erzählen. Vieles hier klingt schwelgerisch retro. Der Mann hat danach gestrebt, die große, gediegene Pop-Ballade – gerne von Streichern begleitet – wieder aufleben zu lassen. Das ist ihm bestens gelungen. (…) Ich kann mich Jeremiahs weiterentwickeltem Songwriting jedenfalls kaum entziehen.“ (BR Zündfunk)

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