Der Schallplattenmann präsentiert: Alice Phoebe Lou, 29.5.2019, E-Werk, Erlangen

Bereits mit ihrem Debüt „Orbit“ setzte Alice Phoebe Lou vor drei Jahren ein Ausrufezeichen. Auf dem zweiten Album „Paper Castles“ (CD, LP) klingt die die Straßenmusikerin aus Überzeugung noch reifer und eigenständiger. Mit bittersüßen Songs zwischen Pop, Folk, Soul und Jazz sowie ihrer hellen, jubilierenden Stimme muss sich die 1993 in Kapstadt geborene Musikerin kein „Klingt wie…“-Schildchen anheften lassen. „Es gibt auf jeden Fall ein übergreifendes Thema: zu einer Frau werden, zu mir selbst werden, im Einklang mit meinem Körper und meiner Sexualität sein, Traumata und persönliche Belastungen überwinden“, erzählte sie in einem Online-Interview über ihre neues Werk. Seit einigen Jahren lebt sie in Berlin, hier erspielte sie sich in Parks und an Straßenecken eine große Fangemeinde. „Diese Stadt war mein Neustart, hier stellte ich fest, dass Musik mein Ding ist.“ Mit ihren beiden hervorragenden Alben tourt Alice Phoebe Lou nun durch Nordamerika und Europa. Dass sie mit dem stetig wachsenden Erfolg (inklusive einer Oscar Nominierung für den Song „She“) ihre zuweilen querköpfige Unabhängigkeit aufgibt, ist zum Glück nicht zu erwarten: Lou finanziert ihre Karriere weiterhin konsequent eigenständig. „Ich glaube, viele Menschen denken, jetzt, wo ich ein bisschen weiter bin, werde ich bestimmt nicht mehr auf der Straße spielen. Es ist aber einfach etwas, was ich gern tue.“

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