Der Schallplattenmann präsentiert: Low, 5.2.2019, E-Werk (Clubbühne), Erlangen

Die grandiosen Minimal-Melancholiker unter den Indie-Bands kommen für vier Konzerte nach Deutschland. Die Musik des Mormonenehepaares Mimi Parker und Alan Sparhawk von Low gilt als Inbegriff des Slowcore, lebt aber seit jeher nicht nur von den zwei berückenden Stimmen sondern auch von ihren außergewöhnlichen Arrangements und einer sich niemals abnutzenden Dynamik. Die Band und deren über die Jahre diversen prominenten Produzenten bewiesen stets das richtige Gespür dafür, wann und wie man den richtigen Moment wählt, um die Lautstärke zu steigern oder einen repetitiven Moment mit dieser einen Synthie-line oder verzerrten Gitarre zu akzentuieren.
Die Spex urteilte über ihr aktuelles Werk: „Seit drei Alben machen Low jedes Mal ihr bestes. Album. Dieses Mal auch. Double Negative (CD, LP) schleicht, schüttelt, verzerrt und kommt an. Diese schleichenden, sich immer wieder schüttelnden, in jedem Klang verzerrten Balladen aus dem Off landen verlässlich im innersten On. „Always Trying To Work It Out“ lässt mich keine Worte mehr finden, ein so intensives Gefühl entzieht sich der Sprache. Versuchen wir nicht immer, das Beste aus dem ganzen Scheiß zu machen? Low ist dies gelungen.“

Tickets für das Konzert im E-Werk gibt es ab 23€ bei allen bekannten Vorverkaufsstellen oder auch online.

Der Schallplattenmann präsentiert: Tord Gustavsen Trio, 25.1.2019, E-Werk (Saal), Erlangen

Im Sommer 2018 kehrte der norwegische Pianist Tord Gustavsen mit „The Other Side“ (CD, LP) nach elf Jahren wieder zum Trio-Format zurück, mit dem er seine ersten großen Erfolge feierte. Die JazzTimes schrieb, die drei Trio-Alben, die zwischen 2003 und 2007 auf ECM veröffentlicht wurden, besäßen die Kraft „destillierter Magie“. Der Guardian lobte: „Gustavsens Melodien sind hypnotisierend stark, und Bass und Schlagzeug sind in seinem regulären Trio total integriert.“ In den folgenden Jahren lotete Gustavsen sowohl das Quartettformat aus, arbeitete mit erweiterten Ensembles, sowie einem alternativen Trio mit Simin Tander und Jarle Vespestad.
Auf dem aktuellen Album widmen sich Gustavsen, Sigurd Hole am Bass und Jarle Vespestad am Schlagzeug eigenen Stücken, aber auch alten skandinavischen Hymnen und drei Chorälen von Johann Sebastian Bach. „Eine nachdrücklich persönliche Wiederannäherung an die Trio-Welt.“, urteilte Jazz thing; das Fono Forum schrieb: „Ein Bekenntnis zwischen meditativer Besinnlichkeit und hymnischer Emphase, inspiriert von Bach-Chorälen, norwegischen Folk-Traditionals und Modern Jazz.“ (‚Empfehlung des Monats‘)

Frohe und friedliche Feiertage!

Wir wünschen frohe und friedliche Weihnachtstage, keine hässlichen Pullover unterm Baum – und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

J.D. McPherson’s „Ugly Sweater Blues“ aus dem wunderbaren Weihnachts-Album „Socks“ (CD, LP):

Dieter Ilg: B-A-C-H, 17.12.2018, Tafelhalle im KunstKulturQuartier

Seit Jahren gehört der Bassist Dieter Ilg zu den einflussreichen Stimmen des europäischen Jazz. Seine elektrisierende Vitalität, intelligente Neugier, technische Brillanz und totale Hingabe an den Moment brachten ihm eine hohe internationale Reputation nebst drei ECHO-Jazz-Trophäen ein.
Aus den Werken Johann Sebastian Bachs holte sich Ilg das Material für sein aktuelles Trio Album („B-A-C-H“, CD, LP), erschienen auf dem renommierten ACT-Label, eingespielt mit Rainer Böhm am Piano und Patrice Héral am Schlagzeug: Kammerjazz, intim und extrovertiert zugleich. Das Trio hebt Grenzen zwischen musikalischen Epochen und Genres auf und verbindet sie zeitgenössisch und wertgenössisch. „Für mich kommt die Reinheit und die Ästhetik der Konstruktion in Bachs Musik am deutlichsten zum Vorschein, wenn ich die gewohnten Pfade verlasse und meiner eigenen Herangehensweise vertraue.“, meint Dieter Ilg über das Projekt. So überrascht und überzeugt bei B-A-C-H genau dieses Schweben, das Schwelgen in der Schönheit von Bachs Melodien, welches aus der ‚reinen‘ Struktur plötzlich musikalische Geschichten herauslöst.

„Immense Virtuosität, betörend meodische Spielweise und ein gehöriger Schuss Originalität und Humor.“ (Fono Forum)

Karten gibt es ab 22€ (ermäßigt 14€) bei den gängigen Vorverkaufsstellen oder online.

NueJazz Festival, 9.11.-18.11.2018, E-Werk Erlangen & Kulturwerkstatt auf AEG, Nürnberg

Das Nürnberger NUE JAZZ Festival startet am 9.11. im E-Werk Erlangen mit einer einmaligen London-Jazz-Clubnacht! Die neue, junge, lebendige und spannende Jazz-Szene aus dem britischen Schmelztiegel ist dieses Jahr der Schwerpunkt bei NUE JAZZ, daher präsentiert das E-Werk zum Warm Up ein exclusives LineUp mit zwei der heißesten Acts von der Insel. Eingerahmt wird das Ganze von einem DJ Set und der Filmvorstellung (Eintritt frei!) des Dokumentarfilms „We Out Here – A London Story“ um 19 Uhr im E-Werk Kino.

Eigentlich sollte es, wie auch in den Jahren zuvor, kein Motto geben. Doch die UK-Jazz-Szene und insbesondere London als Stadt, in der man diese Musikrichtung wie Pop zelebriert, wirkte auf das Team um die Festival-Initiatoren Frank Wuppinger und Marco Kühnl nachhaltig. So steht die diesjährige Auflage des NueJazz (gestartet 2013) also unter dem Banner “London Edition”, bietet aber ebenso regional aktiven Künstlern wie der Sängerin Linda Mund eine Plattform. Zu den Highlights gehören die Sons of Kemet, die am Donnerstag, 15.11., um 22.15. in der Kulturwerkstatt auf AEG spielen. Das Quartett um den Saxofonisten Shabaka Hutchings, der seine Jugend in der Karibik verbrachte, verknüpft zahlreiche Einflüsse von Brass, über Rap, Jazz bis Afrofuturismus, und steht mit dem aktuellen Album “Your Queen is a Reptile” völlig verdient auf der Shortlist zum renommierten Mercury Prize. Spannend wird mit Sicherheit auch der Auftritt des Drummers Antonio Sanchez und seiner Modern-Jazz-Band “Migration” am 16.11. um 20 Uhr im Opernhaus – genau am Erscheinungstag seines aktuellen Albums „Lines In The Sand“.