NueJazz Festival, 9.11.-18.11.2018, E-Werk Erlangen & Kulturwerkstatt auf AEG, Nürnberg

Das Nürnberger NUE JAZZ Festival startet am 9.11. im E-Werk Erlangen mit einer einmaligen London-Jazz-Clubnacht! Die neue, junge, lebendige und spannende Jazz-Szene aus dem britischen Schmelztiegel ist dieses Jahr der Schwerpunkt bei NUE JAZZ, daher präsentiert das E-Werk zum Warm Up ein exclusives LineUp mit zwei der heißesten Acts von der Insel. Eingerahmt wird das Ganze von einem DJ Set und der Filmvorstellung (Eintritt frei!) des Dokumentarfilms „We Out Here – A London Story“ um 19 Uhr im E-Werk Kino.

Eigentlich sollte es, wie auch in den Jahren zuvor, kein Motto geben. Doch die UK-Jazz-Szene und insbesondere London als Stadt, in der man diese Musikrichtung wie Pop zelebriert, wirkte auf das Team um die Festival-Initiatoren Frank Wuppinger und Marco Kühnl nachhaltig. So steht die diesjährige Auflage des NueJazz (gestartet 2013) also unter dem Banner “London Edition”, bietet aber ebenso regional aktiven Künstlern wie der Sängerin Linda Mund eine Plattform. Zu den Highlights gehören die Sons of Kemet, die am Donnerstag, 15.11., um 22.15. in der Kulturwerkstatt auf AEG spielen. Das Quartett um den Saxofonisten Shabaka Hutchings, der seine Jugend in der Karibik verbrachte, verknüpft zahlreiche Einflüsse von Brass, über Rap, Jazz bis Afrofuturismus, und steht mit dem aktuellen Album “Your Queen is a Reptile” völlig verdient auf der Shortlist zum renommierten Mercury Prize. Spannend wird mit Sicherheit auch der Auftritt des Drummers Antonio Sanchez und seiner Modern-Jazz-Band “Migration” am 16.11. um 20 Uhr im Opernhaus – genau am Erscheinungstag seines aktuellen Albums „Lines In The Sand“.

23.11.2018: Der herbstliche Freitag für Plattensammler

Alljährlich beginnt am Freitag nach Thanksgiving in den Vereinigten Staaten die herbstliche Schnäppchenjagd. Auch hierzulande bedienen an diesem Tag immer mehr Händler die Nachfrage nach speziellen Angeboten. Daher lohnt es sich auch am Freitag, den 23. November im unabhängigen Plattenladen eures Vertrauens vorbeizuschauen, dann werden dort exklusive, limitierte Sondereditionen in den Regalen stehen. Quasi wie bei einem Record Store Day im Mini-Format.
Eine vollständige Liste der hierzulande angekündigten Platten findet ihr auf der deutschen Record Store Day Seite:

http://www.recordstoredaygermany.de

Plattenladenwoche Nummer Zehn: 15.-20.10.

Vom 15. bis 20. Oktober 2018 heißt es wieder: Plattenladenwoche! Und zwar bereits zum zehnten Mal – 2009 hat unser Fachhändlerverband AMM die Veranstaltung aus der Taufe gehoben, seitdem hat sich das Event zu einem festen Termin in der Musikbranche entwickelt. Mittlerweile nehmen rund 120 Läden in über 70 Städten teil. Auch in diesem Jahr soll damit die kulturelle Institution Plattenladen durch diverse Veranstaltungen und limitierte Sonderauflagen in den Mittelpunkt gerückt werden: als Hort der Musikkultur, als Ort, an dem die Musik und nicht das Produkt im Vordergrund steht.

Die Liste der diesjährigen Sonderveröffentlichungen steht bereits online, wir nehmen Reservierungswünsche, am besten zeitnah, gerne entgegen:

https://www.plattenladenwoche.de/specialreleases2018/

Und wir freuen uns auf ein Ladenkonzert mit Robin van Velzen, featuring Frieder Graef am 18.10., 18 Uhr!
Der in Deutschland lebende Niederländische Sänger/Gitarrist/Songwriter Robin van Velzen ist einer der Masterminds der Prog/Kraut/Art/Pop Formation Bambi Davidson. Davor hinterließ der Musiker bereits bleibende Spuren mit seinen Bands The Mother, The Son & The Holy Ghost, Church Of The Blue Nun, Megakronkel sowie als Sidekick bei den lokalen Indierock Ikonen The Robocop Kraus und Hidalgo. Jetzt ist es endlich Zeit geworden für sein erstes Solo-Album: Mit der selbstbetitelten 12“ liefert er ein kompromissloses, hochmusikalisches Album ab, dessen acht Tracks zwischen großem Songwriting, hypnotischem Groove und Minimal Music changieren.

Jonathan Jeremiah: Good Day (CD, LP)

“A Solitary Man”, das Debüt von Jonathan Jeremiah, beschrieb die BBC 2011 als „elegant und voller Seele, ein köstliches Artefakt aus der Songschreiber-Klasse der 1970er”. Auf seinem vierten Album “Good Day“ bündelt der Singer-Songwriter diese Qualitäten wie unter einem Brennglas: die bemerkenswerte Tiefe seines Songschreiber-Handwerks, schwelgerisch schöne Arrangements, dazu diese warme, immer etwas weltmüde Stimme, die sich um Melodien schmiegt, die einen nicht loslassen wollen.
Der Upbeat-Groove, dem schwer zu widerstehen ist, reflektiert, wie Jonathan sagt, „meine glücklichsten Momente der letzten drei Jahre. (…) Das Album hat eine Art europäisches Soul-Feeling. Ich hörte viel Serge Gainsbourg, Jacques Brel oder Scott Walker, der zwar Amerikaner ist, aber in London lebt. Wir haben in Europa ein reiches Erbe an Soul- und Jazz-Musik. Und das sollten wir mehr würdigen.“
Authentisch wirkt „Good Day“ vor allem auch durch den warmen, natürlichen Klang, der in den Londoner Konk-Studios des The-Kinks-Sängers Ray Davies entstand. „Ray hat dieses wundervolle Studio, das kein bisschen ’schickimicki‘ ist, sondern eher alt und rustikal. Das allerletzte, was ich möchte, ist, ins Studio zu gehen und erstmal einen Rechner hochfahren. Wir nehmen auf altem analogem Equipment auf, 16 oder acht Kanäle. Das schränkt dich ein, macht es schwerer, Spielfehler auszubügeln. Es verlangt mehr Disziplin und das mag ich.“

„Der Brite wollte nur von positive Erlebnissen erzählen. Vieles hier klingt schwelgerisch retro. Der Mann hat danach gestrebt, die große, gediegene Pop-Ballade – gerne von Streichern begleitet – wieder aufleben zu lassen. Das ist ihm bestens gelungen. (…) Ich kann mich Jeremiahs weiterentwickeltem Songwriting jedenfalls kaum entziehen.“ (BR Zündfunk)

Boz Scaggs: Out Of The Blues (CD, LP)

„Out Of The Blues“ beendet die stilistisch weit gefasste Album-Trilogie voller Scaggs-Lieblingssongs, die 2013 mit dem grandiosen „Memphis“ begann und 2015 nicht minder gelungen mit „A Fool To Care“ fortgesetzt wurde: „Weil ich im Südwesten aufgewachsen bin, habe ich auch all das wilde Zeug aus Südtexas und Louisiana gehört, das ganz anders war als die Musik, die die Backfische in anderen Gegenden damals kannten. Diese Alben sind eine Erkundung dieser frühen Einflüsse, gefiltert durch verschiedene Lebensabschnitte.“ (Boz Scaggs).

Die Begleitmusiker auf „Out Of The Blues“ stammen mal wieder aus der ersten Reihe der Gilde und spielen unglaublich dicht und geschmackssicher: Charlie Sexton, Doyle Bramhall II sowie Ray Parker Jr. an der Gitarre, die Tasten bedient Jim Cox, die Harp spielt Jack Walroth, Bassist Willie Weeks und Jim Keltner – einer der besten Schlagzeuger der USA – bilden die Rhythmusmannschaft. Jack Walroth schrieb vier Songs für die vorliegende Platte, darüber hinaus gibt es Coverversionen von Bobby ‚Blue‘ Bland, Jimmy Reed, Magic Sam und Neil Young Stücken.

„Boz beherrscht hohe Lagen nahe dem Falsett, Blues-Tenor, Spoken Word mit Schmirgelstimme und Kopfstimme mit der Inbrunst eines Rockers. (…) Ein großer Pluspunkt ist, dass Boz Scaggs nie mit der Zeit geht. Seine Werke reflektieren die Musikgeschichte, und „Out Of The Blues“ schlägt eine Brücke von den 50er Jahren bis heute. Während man dem Blues thematisch gerne Tristesse, Trennungen, Schicksalsschläge, kurz den Dreiklang ‚Job grauenvoll, Partner weg, Geld knapp‘ nachsagt, geht’s hier quasi aus allen Tiefen heraus. „Out Of The Blues“ verfolgt einen optimistischen Ansatz, mit gelungenen Uptempo-Titeln.“ (laut.de)