Tucher Blues & Jazz Festival, 3.8.-12.8.2018, Bamberg

Zum 12. Mal treten in diesem Jahr Blues- und Jazzmusiker von internationalem Rang, bekannte regionale Bands sowie die besten Nachwuchstalente bei diesem Event auf. Inzwischen ist das Tucher Blues & Jazzfestival mit über 70 Konzerten an 10 Tagen das und etwa 150 000 Gästen das größte eintrittsfreie Open-Air Ereignis dieser Musikrichtungen in Deutschland. Besonders ans Herz legen, möchten wir euch den Auftritt der wunderbaren Eilen Jewell (8.8., 16:30 Uhr, Maxplatz). Die Singer/Songwriterin aus New Mexico, die ihre Karriere einst als Straßenmusikerin begann, hatte schon immer ein Faible für alten US Folk. Folgerichtig veröffentlichte sie im letzten Jahr gemeinsam mit ihrem Mann dem Drummer Jason Beek unter dem Titel „Down Hearted Blues“ (CD, LP+MP3) ein reines Coveralbum mit eher unbekannten Song-Perlen: “We really love to uncover the past. It’s almost like digging for buried treasure”.
Auch ein Highlight dürfte der Auftritt von Wille & the Bandits (12.8., 19:30 Uhr, Maxplatz) werden. Die Briten mixen gekonnt Blues, Rock, Psychedelic, Folk und die rhythmische Offenheit von Jam-Bands. „Eine der besten Live-acts des Landes“ meint der Daily Telegraph und Deep Purple lobten sie als „die beste Support-Band, die wir je hatten“.

Der Schallplattenmann empfiehlt: 43. Nürnberger Bardentreffen, 27.7.-29.7.2018, Altstadt

Schweizer Mundart, Transgender und Arabischer Frühling: In diesem Jahr dreht sich beim Bardentreffen in Nürnberg alles rund um das Thema Rap. (NN) „Für uns kommt den Rappern von heute die Funktion der Liedermacher von damals zu: gesellschaftliche Zustände geistreich hinterfragen und kritisch kommentieren“, so der künstlerische Leiter Rainer Pirzkall. „Somit ist das Bardentreffen aktueller denn je, und in der Tradition doch fest verwurzelt“.
Mit dabei sind als deutschsprachige Vertreter des Genres unter anderem Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi, Fiva x JRBB, Goldroger, die Österreicherin Yasmo & Die Klangkantine und die Schweizer Chartstürmer Lo & Leduc. International sprechsingende Gäste sind nur zum Beispiel 47Soul aus dem Nahen Osten, N3rdistan aus Marokko, der aus dem Kongo stammende Belgier Baloji oder das eigens für das Bardentreffen initiierte Projekt mit der Gälin Ellen MacDonald & Daimh, die schottische Mouth-Music mit modernem Rap kombinieren.
Natürlich kommen auch weltmusikalische Projekte abseits des Sprechgesangs, ‚traditionelle‘ Liedermacher sowie die regionale Musikszene (wie immer auf der MUZ Bühne am Lorenzer Platz) nicht zu kurz.
Wer „das größte Umsonst & Draußen Musikfestival Deutschlands“ (SZ) mit einem kleinen Beitrag unterstützen will: Programmhefte (an den gängigen Vorverkaufsstellen, in vielen Buchhandlungen sowie bis Festivalbeginn online) und Pins in Form eines Mikrofons sind für jeweils fünf Euro erhältlich.
Und wer noch mehr als nur Musik will: es sind acht spannende Künstlergespräche geplant; im Herrenschießhaus werden zwei Musik-Filme gezeigt; im Heilig Geist Spital findet am abends ein Tanzworkshop statt. Eben dort werden auch wir wieder mit einem Stand vertreten sein und freuen uns auf euren Besuch! Ausführliche Informationen zu allen Bands, zum Rahmenprogramm und natürlich wer wann wo auftritt, findet ihr auf der Festival Homepage.

Der Schallplattenmann empfiehlt: Jazz Open Air, 8.7.2018, E-Werk Garten, Erlangen (Eintritt frei – Spenden willkommen)

Zum Saison-Abschluss vor der Sommerpause lädt die Konzertreihe Jazz4free zum traditionellen Open Air. Drei Bands spielen bei freiem Eintritt, wobei der stilistische Rahmen genauo breit und vielfältig ist wie beim Sonntags-Jazz in der Kellerbühne.
Den Anfang machen um 17 Uhr die in Franken bestens eingeführten SRS Jazzmen. Bereits Ende der 60er Jahre formierte sich die Studentenband in Erlangen, damals noch unter dem Namen „Swinging Reed Section“ und begeisterte bei zahllosen Auftritten mit Dixieland und Swing. In der heutigen Besetzung mit bekannten Musikern der regionalen Jazzszene dürfen sich die Zuhörer auf fetzige Arrangements, witzige Einlagen und hemmungslose Soli freuen.
Weltmusikalischen Jazz liefern im Anschluss um 18.30 Uhr Grandessa: Ihr Repertoire besteht aus einem delikaten Mix aus den Bereichen Gypsy, Musette, Swing, Jazz, französischem Chanson, Balkan und Tango, sowie Klezmer und internationaler Salonmusik. Mit traditionellen und zeitgenössischen Kompositionen aus Europa, Afrika, Asien und den USA gleicht ein Konzert mit Grandessa einer musikalischen Weltreise.
Der mittlerweile in Köln lebende Saxophonist Johannes Ludwig sorgt ab 20 Uhr mit seinen Freunden Lukas Großmann (Piano), Victor Mang (Bass) und Johannes Koch (Drums) für den krönenden Abschluss eines abwechslungsreichen Festivals: Vier Freunde überzeugen mit einer kraftvollen Musik voll tiefer Momente, energetischen Austauschs und faszinierender Interaktion.

Esbjörn Svensson Trio: Live In London (2CD, 2LP+MP3)

Den Schock seines Todes hat der europäische Jazz bis heute nicht verwunden: Als der Pianist Esbjörn Svensson am 14. Juni 2008 bei einem Tauchunfall starb, hinterließ er ein monumentales Werk aus 15 Jahren, das heute sogar noch glänzender strahlt als damals und dessen Einfluss immer größer wird. Kurz vor dem zehnten Todestag ist nun beim deutschen Label ACT ein Doppelalbum erschienen, das die Magie der Musik des schwedischen Esbjörn Svensson Trios (kurz: e.s.t.) bündelt: ein Live-Mitschnitt von 2005, als der gerade 41-Jährige und seine Mitstreiter Dan Berglund (Bass) und Magnus Öström (Schlagzeug) mit dem Studiowerk „Viaticum“ auf der Höhe ihrer Kunst waren. Mit mehr als 100.000 verkauften Tonträgern avancierte es später zu einem der erfolgreichsten Jazz-Alben des Jahrzehnts. „Mann, wir waren wirklich gut an diesem Abend! Wir sind volles Risiko gegangen. Wir waren ‚on fire‘!“, erinnert sich Bassist Berglund. Vorwärts stürmende Verve und Virtuosität, Groove und Improvisationskunst, poppige melodische Zugänglichkeit und neoklassische Raffinesse – wie bei keinem anderen Ensemble fanden diese Elemente in Kompositionen und Live-Spiel zusammen.

The Green Apple Sea: Directions (CD, LP)

Am 18.5. erscheint es (endlich): „Directions“ (CD, LP) das neue Album von The Green Apple Sea aus Nürnberg. Intro.de gefällts schon mal: „Alt-Country aus dem Frankenland. Das klingt auf dem Papier seltsam, geht aber auch mit einer poppigeren Ausrichtung voll auf. (…) Der nun wirklich verdammt lang erwartete Nachfolger (von „Northern Sky / Southern Sky“ aus dem Jahr 2010) legt direkt im Opener »Doc Watson Dream« inhaltlich mit einer persönlichen Auseinandersetzung mit der Musik sowie cleveren Anspielungen und Quellenangaben los, während im Hintergrund Pedal-Steel-Gitarren die Wege pflastern. Diese wurden auf »Directions« wieder wie nebenbei mit den altbekannten Markenzeichen wie weiblichen Background-Vocals geschmückt und sind im Vergleich zu früher hörbar leichter begehbar, ohne ins Seichte abzugleiten.“

Die Band tourt gerade und tritt am 25.5. im MUZ Club Nürnberg auf.