Der Schallplattenmann präsentiert: Rodrigo Leão & Scott Matthew, 15.3.2017, E-Werk (Saal), Erlangen

Im März treffen im E-Werk nicht nur zwei Kontinente, sondern vor allem zwei sehr besondere Musiker und Meister der bittersüßen Melancholie aufeinander.
Da ist zum einen Ausnahmesänger Scott Matthew: Der Australier hat sich seit seiner Arbeit an Titelsong und Soundtrack für den Film „Shortbus“ (2006) ein treues Stammpublikum erarbeitet. Es folgten fünf Studio- und ein so exquisites wie ungewöhnliches Cover-Album auf denen der ‚Seelenpunk‘ aus Australien sein Publikum stets zielsicher mitten ins Herz trifft – mit samtig-rauem Bass und bittersüßen, sacht ironischen Songs.
Bei seinem aktuellen musikalischen Partner Rodrigo Leão handelt es sich um nichts weniger als eine portugiesische Legende: Der Komponist und Produzent, seit 30 Jahren feste Größe der portugiesischen Musikszene, begründete nur unter anderem das Ensemble Madredeus, dem Wim Wenders einen ganzen Film („Lisbon Story“) widmete. Bei den Studioproduktionen lässt er seine mitreißenden, emotionalen Instrumentalsongs gerne von so besonderen Künstlern wie Neil Hannon (Divine Comedy), Beth Gibbons (Portishead) und Stuart Staples (Tindersticks) interpretieren. Wie perfekt die Chemie zwischen Leão und Matthew stimmt, wird bereits auf ihrem ersten gemeinsamen Album „Life is Long“ (CD, LP) sehr deutlich, auf der Bühne könnte das ein magischer Abend werden.
„Ein Werk voller wunderbarer, poetischer Balladen, klassischer eingängiger Harmonien, mit einem Orchester musikalisch gelungen umgesetzt und einfühlsam von Scott Matthews Stimme getragen.“ (Deutschlandfunk).
Das Konzert ist bestuhlt bei freier Platzwahl, Tickets gibt es im Vorverkauf ab 24,70€.

L.A. Salami: Dancing With Bad Grammar: The Director’s Cut (CD, 2LP+MP3)

Wenn jemand das Do-It-Yourself-Prinzip verinnerlicht hat, so Lookman Adekunle Salami: Seine erste Gitarre bekam er erst mit 21 Jahren, das Spielen hat er sich selbst beigebracht, und dieses Album wurde in nur einer Woche in London aufgenommen. Natürlich ausschließlich live, denn Musik aus der Konserve interessiert ihn nicht. Seinen Produzenten Matt Ingram lernte er durch die gemeinsame Freundin Lianne Le Havas kennen, mit der L.A. Salami schon viel tourte. Natürlich ist L.A. von der Musik der 60er und 70er Jahre beeinflusst und nicht wenige sehen in ihm einen modernen Bob Dylan, der Folk, rockiges Gitarrenspiel und sogar Hip-Hop innovativ zusammenführt.

„Ein perlendes, beinahe klassisches Folk- und Blues-Album, das mit seinen Klageschriften unbedingt in die Gegenwart gehört. (…) ‚Dancing With Bad Grammar: The Director’s Cut‘ bedeutet insgesamt 15 mal Staunen, mit welch frischem Wind man zwei der traditionellsten Popmusikgenres entstauben kann, ohne an irgendeiner Stelle reine Retrospektive zu sein. Das wichtigste an diesem Debüt aber ist die Rückversicherung, dass es sehr wohl gelingen kann, gefühlvolle Musik mit gesellschaftlich relevanten Themen zu verbinden. Es muss zum Glück nicht immer das Innenleben des Urhebers ein.“ (musikblog.de)

Der Schallplattenmann präsentiert: Nick Waterhouse, 2.2.2017, E-Werk (Clubbühne), Erlangen

„Never Twice“ (CD, LP+MP3) heißt die dritte Platte des Singer/Songwriters mit der eindringlichen Jazz-Stimme. Wieder vereint der Kalifornier darauf gekonnt Soul, Jazz und R’n’B zu einem fein abgestimmten Mix, der den Hörer direkt in die 1940er und 1950er zurückbefördert, trotzdem aber nie zu reinen Retro-Fingerübungen verkommt. Im Gegenteil: Waterhouses Musik klingt weiterhin nicht nur unmittelbar emotional, sondern gibt dem Stil auch einen sanft modernistischen Kniff mit. Dafür holte er sich mit Michael McHugh eine verdienstvolle Legende an die Regler und spickte seine Band mit großartigen Instrumentalisten. Das Ergebnis lässt nicht nur bei Soul-Liebhabern keine Wünsche offen, das Album versammelt schmissige Uptempo-Songs und verruchte Schleicher, die nur darauf warten, zu später Stunde in kleinen, verrauchten Clubs gespielt zu werden – am besten live! „Waterhouse ist schmutzig wie Rock und smooth wie R&B. Seine Musik ist sexy, smart und definitiv der beste Soundtrack für einen letzten Drink in einer Bar in einer düsteren und stürmischen Nacht.“ (Esquire). Karten gibt es im Vorverkauf für 29,25€, auch hier bei uns im Laden.

Unsere Jahres-Favoriten 2016

Wir wünschen ein glückliches und gesundes neues Jahr!

Anbei unser ganz persönlicher Rückblick auf die Musik, die uns 2016 am besten gefallen, berührt, überrascht hat. Wie immer inklusive Link zum Reinhören.

2016er Favoriten vom Chef:

Anohni: Hopelessness (CD, LP+CD)

David Bowie: Blackstar (CD, LP)

Doyle Bramhall II: Rich Man (CD, 2LP+MP3)

David Crosby: Lighthouse (CD, LP tba)

The Frightnrs: Nothing More To Say (CD, LP+MP3)

Michael Kiwanuka: Love And Hate (CD, 2LP+MP3)

Aaron Neville: Apache (CD)

Paul Simon: Stranger To Stranger (CD, LP)

Snarky Puppy: Culcha Vulcha (CD, 2LP)

Tedeschi Trucks Band: Let Me Get By (CD, ltd 2CD, 2LP)

Nick Waterhouse: Never Twice (CD, LP+MP3)

Peter Wolf: A Cure For Loneliness (CD, LP)

Reissues:

Bob Dylan: The 1966 Live Recordings (bzw. The Real Royal Albert Hall 1966 Concert als Auszug)

Van Morrison: It’s Too Late To Stop Now Vol. II, III, IV (3CD+DVD)

Rico Rodriguez: Man From Wareika / Wareika Dub (2CD)

DVD:

Bayou Maharaja – Life And Music Of James Booker

Live:

Warren Haynes & Railroad Earth, Nürnberg Serenadenhof


Utes Lieblingsalben 2016:

Beyonce: Lemonade (CD+DVD)

Andrew Bird: Are You Serious (CD, LP)

Sarah Blasko: Eternal Return (CD, LP)

Nick Cave: Skeleton Tree (CD, LP+MP3)

Michael Kiwanuka: Love And Hate (CD, 2LP+MP3)

Lera Lynn: Resistor (CD, LP)

Oum Shatt: Oum Shatt (CD, LP)

Radiohead: A Moon Shaped Pool (CD, 2LP+MP3)

Paul Simon: Stranger To Stranger (CD, LP)

John Southworth: Small Town Water Tower (CD, ltd LP)

DVD:

The Beatles: Eight Days A Week – The Touring Years (DVD, 2DVD)

Kate Bush: Before The Dawn (3CD, 4LP)

Im August 2014, 35 Jahre nach ihrem letzten Live-Auftritt, entschied sich Kate Bush zur Rückkehr auf die Bühne. Ihre 22 Konzerte im Londoner Hammersmith Apollo wurden zum Triumph. Nachzuhören auf dem Mitschnitt „Before The Dawn“, an dem die Künstlerin nichts, aber auch gar nichts geändert hat. Soll heißen: Keine Overdubs, sondern alles authentisch und echt. Weil es ein Konzerterlebnis war, das Maßstäbe gesetzt hat: eine intime Halle, eine starke Band, tolle visuelle Effekte, eine anspruchsvolle Choreografie, atemberaubende Kostüme und ein erstklassiger Sound. Alles nach dem Motto: Wenn man nach so vielen Jahren wieder vor Publikum tritt, dann richtig. Warum bei diesem Live-Souvenir auf Bildmaterial auf DVD oder Blu-ray verzichtet wurde, bleibt zwar das Geheimnis der Künstlerin. Der Audio-Teil mit drei CDs und zweieinhalb Stunden Spielzeit ist aber brillant und kreiert auch so genügend Kopfbilder. Unterteilt in drei Abschnitte, offeriert sie zunächst diverse Klassiker, präsentiert dann die komplette „Ninth Wave Suite“ aus dem „Hounds Of Love“-Album, anschließend die Höhepunkte von „Aerial“und zuletzt ein grandioses Finale mit „Cloudbusting“.