Der Schallplattenmann empfiehlt: Nürnberger Bardentreffen, 28.7.-30.7.2016, Altstadt

96 offizielle Konzerte auf neun Bühnen, die diversen Straßenkünstler nicht mitgezählt, erwarten die Besucher von Deutschlands größtem Umsonst & Draußen Spektakel dieses Jahr. „Für eine Wettervorhersage ist es noch zu früh. Für eine Programmansage nicht. ‚Gegenwind‘ ist angekündigt und damit wird die 42. Ausgabe von Deutschlands besucherstärkstem Weltmusikfestival garantiert stürmisch und temporeich. Blasinstrumente im Global Pop bilden den musikalischen Schwerpunkt beim diesjährigen Bardentreffen.“ Und die Bandbreite ist wahrlich gewaltig, sie geht von Urban Brass, Dudelsack-Rock, Techno-Marching und Big Band HipHop, bis hin zu brasilianischen Rhythmen, Funk aus Frankreich und avantgardistischer Hofmusik aus Bayern. Natürlich kommen trotz viel Gegenwind auch dieses Jahr die Liedermacher sowie die regionale Musikszene (wie immer auf der MUZ Bühne am Lorenzer Platz) nicht zu kurz.

Wer das Festival mit einem kleinen Beitrag unterstützen will: Programmhefte (an den gängigen Vorverkaufsstellen, in vielen Buchhandlungen sowie online) und Pins in Form eines Saxophons sind für jeweils fünf Euro erhältlich. Und wer noch mehr als nur Musik will: im Herrenschießhaus werden zwei Filme gezeigt; im Heilig Geist Spital findet am Freitag und Samstag ein Tanzworkshop statt, an allen drei Festivaltagen werden im Rahmen einer Ausstellung großformatige Fotos aus der Bardentreffen-Historie präsentiert, außerdem sind sieben Künstlergespräche geplant. Eben dort werden auch wir mit einem Stand vertreten sein und freuen uns auf euren Besuch.

Ausführliche Informationen zu allen Bands, zum Rahmenprogramm und natürlich wer wann wo auftritt, findet ihr auf der Festival Homepage.

Der Schallplattenmann empfiehlt: Folk Im Park, 23.7.2017, Marienbergpark, Nürnberg

Zum siebten Mal verwandelt das kleine Tagesfestival einen Teil des Nürnberger Marienbergparks in eine entspannte Festival-Wiese und lädt die Besucher auf eine musikalische Entdeckungsreise ein. Die Veranstalter überzeugten in der Vergangenheit in ganzer Linie, meint auch die Presse: „Eine Atmosphäre des für- und miteinander, ohne jede Hektik oder Aufgeregtheit, ausreichend Platz für alle Zuseh- und Zuhörwilligen, ein tolles, passendes Angebot an Speisen und Getränken, Freiraum für Kids und Kegel und ein mit spitzem Finger ausgewähltes musikalisches Programm.“ Auch wir haben wieder einen Stand vor Ort, kommt vorbei!

Dieses Jahr mit: Ausnahmetalent Nick Mulvey, der klassische Songwriter Klänge mit ungewöhnlichen, hypnotischen Rhythmen verbindet; warmem Folk von Charlie Cunningham; schillerndem Pop von Kim Janssen; lässigem Retro-Country-Soul von Marlon Williams; feinem Folk-Pop von Rudi Maiers Akustik-Projekt Burkini Beach und last but not least schön schrägem Country-Blues mit Punk-Attitüde vom regionalen Musikerkollektiv Folk’s Worst Nightmare. Das mobile Open Air Kino zeigt dieses Jahr zum Abschluss einen fast schon Klassiker: „Once“, die wunderbar unaffektierte Musikromanze aus Dublin, mit dem Regisseur John Carney seinen Freund und Hauptdarsteller Glen Hansard zum internationalen Star machte.

Einlass ist ab 13.30 Uhr, Beginn um 14 Uhr. Die Tickets kosten 26,50€, Kinder bis einschließlich 14 Jahren haben freien Eintritt. Das Festival war die letzten Jahre stets ausverkauft, wer auf Nummer sicher gehen möchte, möge den Vorverkauf nutzen. Alle Informationen zu Kartenkauf, Anreise, sonstigem Drumherum und natürlich zu den beteiligten Bands findet ihr auf der FIP Homepage.

Der Schallplattenmann präsentiert: St. Paul & The Broken Bones (Das E-Werk wird 35, Feiert mit!), 17.7.2017, E-Werk (Clubbühne)

Diese Jungs machen Soul, dass einem schier die Spucke wegbleibt – warm, erdig, herzzerreißend, großartig! Bereits mit ihrem Debütalbum „Half The City“ (CD, LP; 2014) trieben St. Paul & The Broken Bones den Soulliebhabern mit zahlreichen Reminiszenzen an die 60er, an Prince, Sly Stone und David Bowie, die Freudentränen in die Augen. Und mit „Sea Of Noise“ (CD, LP), das im letzten Herbst erschien, haben sie noch einmal einen Quantensprung hingelegt, sowohl textlich als auch musikalisch. Nicht nur in Sachen Sound und Style wurde das Spektrum erweitert, auch das Line-up hat sich erweitert, mit Jason Mingledorff (sax, cl, fl) und Chad Fisher (tb) gesellten sich noch zwei neue Mitglieder an den Bläsern dazu. Fazit: Schon die erste Platte der Hammer, jetzt legen die schlaksig-nerdigen Jungs aus Birmingham/Alabama noch eine Schippe obendrauf – tiefer, vertrauter, runder, wärmer, geschlossener als je zuvor. „Close your eyes and listen, and you might imagine someone who looks a bit like Otis Redding. Open them, and you’re likely to see someone who looks more like your neighborhood bank teller.“ (NPR Music).

Tickets für dieses sichere Konzertschmankerl gibt es ab 28€ im Vorverkauf.

Geänderte Öffnungszeiten

Liebe Kunden,

am ‚Bergdienstag‘ und Mittwoch (6. & 7.6.) bleibt der Laden geschlossen.

Danach gelten wieder unsere Sommeröffnungszeiten: Ab dem 12.Juni bis Ende September haben wir Montags geschlossen, dafür sind wir Donnerstags und Freitags bis 19 Uhr für euch hier.

Mo.: geschlossen!

Di. & Mi.: 11.00 – 18.00

Do. & Fr.: 11.00 – 19.00

Sa.: 10.30 – 14.30

(oder nach Absprache)

Aimee Mann: Mental Illness (CD, LP)

Wieder mal ein wunderschönes Werk der amerikanischen Singer/Songwriterin, die hierzulande ehedem durch den Soundtrack zu ‚Magnolia‘ einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichte. Die neuen Songs sind zart instrumentiert, die Melodien traumhaft, die Texte verhandeln wie gewohnt gerne mal psychologische Disaster aller Art. Nicht nur in Amerika hagelt es dafür Lob: „Genervt vom Image der depressiven Torch-Song-Chanteuse, wollte Mann die ihr angedichteten Klischees konsequent zu Ende denken – und räumte für ‚Mental lllness‘ die Verstärker in den Keller, den Schemel vors Klavier und holte Streicher in ihr Repertoire. Eine Nachhilfestunde für alle Banausen, die zwischen Traurigkeit und Melancholie nicht unterscheiden können, ist die Platte obendrein. Denn Mann war nie Schwarzmalerin, sondern immer die Freundin, die keine blöden Fragen stellt. Die stattdessen Kaffee macht, weil das Leben schließlich weitergehen muss. Weisheit, die nie altklug wirkt, Schwermut, die nicht in Larmoyanz kippt: Das sind ihre Qualitäten.“ (Musikexpress)