Sour Times

Die Türe bleibt zwar bis auf Weiteres geschlossen, aber der Laden existiert weiter. Die Regale sind rappelvoll mit feinster Musik, der Kopf mit musikalischem Know How und einige Lieferwege bleiben bestehen (wenn vielleicht auch etwas langsamer).

Der Schallplattenmann betreibt zwar keinen ausgewiesenen Online-Shop, aber Bestellungen/Reservierungen sind möglich und willkommen.

Bezüglich Details, Übergabe/Versand: Kontakt telefonisch oder per Mail (s. Impressum).

Record Store Day 2020

Werte Vinylfreunde,

der diesjährige RSD wurde mittlerweile verschoben, und zwar vom dritten Samstag im April (18.4.2020) auf den dritten Samstag im Juni, den 20.6.2020. Die Titelliste behält ihre Gültigkeit!

Internationale Botschafterin ist dieses Jahr die amerikanische Sängerin, Songschreiberin und Produzentin Brandi Carlisle. Die fünffache Grammy Gewinnerin setzt ihre beeindruckende Stimme nicht nur beim Singen ein, sondern auch für die Gleichberechtigung der Frau im Musikbusiness.

Der Record Store Day wurde erstmals 2007 in den USA in die Tat umgesetzt. Eine Handvoll Musikenthusiasten hatte die feine Idee, kleine Indie-Plattenläden mit einigen speziellen, nur dort erhältlichen Neuerscheinungen zu feiern und zu fördern. Mittlerweile nehmen über 3000 unabhängige Geschäfte weltweit teil, die Liste der hochwertigen und seltenen Veröffentlichungen (Wiederauflagen, bisher Unveröffentlichtes, farbige LPs, Vinyl-Erstauflagen, Picture Discs etc.) beinhaltet mittlerweile an die 500 Tonträger.

Wie immer gilt: alle Veröffentlichungen erscheinen exklusiv zum RSD und dürfen auch erst ab dem 20.6. verkauft werden. Zudem sind die Artikel – teilweise streng – limitiert.

Die offizielle Liste der hierzulande erscheinenden Veröffentlichungen findet ihr auf der Record Store Day Germany Seite.

Hello Emerson: How To Cook Everything (CD, LP)

„How To Cook Everything“ (CD, LP) heißt das überaus gelungene Zweitwerk von Hello Emerson. Das Trio aus Ohio versteht sich auf ruhige, fein gesungene Singer/Songwriter-Kost, angereichert mit ausgesuchten Klang-Details. Wenn man es genau nimmt, trägt das Album sogar die Handschrift von weiteren 30 Musikern, die sich als Gäste an Blasinstrumenten, Pedal Steel oder Synths auf dem Album verewigt haben. Der Fokus liegt aber auf Sam Bodarys Gitarrenspiel und seiner schönen Stimme. Ein Album, das mit jedem Hören gewinnt und nicht einfach nur gute Songs aneinander reiht, sondern auch auf die Gesamtstimmung setzt.

Die Herren waren jüngst auf Deutschland-Tour, wer sier verpasst hat, kann dank Radio Bremen den dortigen Auftritt nach hören.

Simon Oslender: About Time (CD, 2LP)

Das sympathische Aachener ‚Tasten-Wunderkind‘ sammelte bereits als Teenager diverse Musikpreise ein und tourte an der Seite von renommierten Jazz-Größen durch die Welt. Inzwischen gehört der Piano, Keyboard und Hammond Spieler zu den festen Mitgliedern der Wolfgang Haffner Band und von Bill Evans Formation ‚Spykillers‘. Sein erstes Album unter eigenem Namen besticht durch einen Mix aus lässigen Grooves, tollen Melodien zwischen schwungvoll und schwebend und atemberaubenden Soli. Neben seiner Band, bestehend aus Bruno Müller (Git), Hanno Busch (Git), Claus Fischer (Bass), Hendrik Smock (dr) und Roland Peil (perc), gaben sich bei den Aufnahme-Sessions diverse Weltstars die Ehre: Bill Evans, Randy Brecker, Wolfgang Haffner, Ricky Peterson (Produktion und Bläser Arrangements), sowie die Sänger Cosmo Klein und Peter Fessler.

Marcus King: El Dorado (CD, LP)

„Soul-beeinflusster, psychedelischer Southern Rock“, so definiert der Gitarrist, Sänger und Songwriter aus South Carolina selbst den Sound seiner Musik. Der gerade mal 23-Jährige hat bereits drei Alben mit seiner Marcus King Band aufgenommen, nun erschien mit „El Dorado“ (CD, LP) seine erste Soloplatte. Das von Studio-As und Black Keys Mastermind Dan Auerbach produzierte Werk verknüpft gekonnt Retro-Soul, Südstaaten-Bluesrock und klassischen Country-Folk samt Steel-Gitarre und berückenden Harmony-Vocals. Die sehr eigene Stimme des langlockigen Mannes mit dem Stetson hält den Songreigen zusammen und verleiht den Stücken besondere Intensität. Zudem verpflichtete Auerbach einige der angesehensten Studiomusiker der Country- und Soulmusikgeschichte für diese Sessions, darunter den Schlagzeuger Gene ‚Bubba‘ Chrisman und den Keyboarder Bobby Woods, auch bekannt als ‚Memphis Boys‘.

„Mit El Dorado haben sie ein Album eingespielt, das gekonnt zwischen Classic Southern Rock, Blues und souligem Country pendelt, bei dem sich sehnsüchtige Pedalsteel­-Sounds mit räudigen Klängen von verzerrten E-­Gitarren abwechseln.“ (Good Times)